Morgensternerei

Ein Wiesel sitzt im Bache still,
ich frage mich, was es da will.
Was sitzt es auf dem Kiesel dort
und rührt sich keinen Meter fort?

Da schwebt herab vom hellen Mond
ein Kalb, das wohl dort oben wohnt,
und raunt mir sacht ins Ohr hinein:
Das muss aufgrund des Reimes sein.

Man stell sich mein Erstaunen vor:
Da raunt ein Kalb mir was ins Ohr!
Legt mir ein Wieselschicksal dar,
so seltsam, wie wohl keins je war.

Verblüfft sprech ich das Wiesel an:
Nur für den Reim hast du's getan?
Da seufzt das Wiesel sanft und spricht:
Was tät ich für den Reim denn nicht?

aus: Lyrische Eskapaden Band 1

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